On Tour 2019

Geschrieben von ToM

Seit unserem letzten Brief ist schon wieder einiges an Zeit vergangen und vor uns liegt ein neues Jahr mit seinen Herausforderungen. Euch und uns wüsche ich dafür viel Vertrauen, Freude und Kraft!

Inzwischen sind wir in Deutschland angekommen und haben die Feiertage mit Ymeas Eltern in Bautzen verbracht, eine Köchin für die Saison 2019 wurde gefunden und auch der Transport der alten Küche vom Tauernhof nach Griechenland konnte inzwischen stattfinden. Es gibt auch sonst einiges Neues zu berichten, aber damit wollen wir bis zu unserem nächsten Brief mitte März warten. Für ein neues Auto sind 2.730 € von Euch gespendet worden. Vielen herzlichen Dank und "Gott vergelts"! Unser Stefan macht sich auf die Suche nach einem passenden Gefährt, wir sind gespannt was es wird!

Bis Anfang März haben wir wieder die Möglichkeit bei Euch und/oder eurer Gemeinde vom Kingfisher Project zu berichten oder einfach auf einen Freundschaftsbesuch vorbei zu kommen. Falls ihr uns also persönlich kennenlernen oder wiedersehen möchtet meldet Euch! (Die Feuerbacher Gemeinde ist natülich schon fest eingeplant.)

Wir haben schon gepackt und freuen uns auf Euch
Tom, Ymea und Layna

Layna ist da

Geschrieben von ToM

Ja ich weiß es wird höchste Zeit dass wir uns mal wieder melden. Layna ist jetzt 3 Wochen alt und gesund und munter! Wir danken Gott und den vielen Menschen die an uns gedacht und auch ganz praktisch geholfen haben. Es lief alles etwas anders als geplant – besser!

Im April haben wir nach einigen Wochen Vorbereitung die erste Gruppe Studenten an Bord genommen. Ymea war bis Ende Mai mit uns an Bord, dann ist sie nach Volos gezogen. Die kleine evangelische Gemeinde dort, hat ein Zimmer für sie bereit gestellt und ihr beim Einzug geholfen. Inzwischen hatten wir nach ersten Erfahrungen entschieden unser Kind nicht im Krankenhaus in Volos zu entbinden, eine Geburt in der kleinen Wohnung bei der Gemeinde war aber auch nicht möglich. Über eine Freundin aus der Gemeinde haben wir eine Hebamme gefunden, und die Hebamme wusste von einer Familie aus Deutschland die ebenfalls eine Hausgeburt geplant hatten. Ymea hatte einige Fragen und trat mit Laoura in Kontakt, die neben Antworten auch gleich ein Zimmer für uns hatten. Also ist Ymea dann von Volos in der Stadt nach Platanidia, einem kleinen Örtchen 15min von Volos entfernt, gezogen. Theo hat mich inzwischen eine Woche früher als erwartet freigestellt, und so konnten wir uns fast 2 Wochen zusammen in Platanidia auf die Geburt vorbereiten.

Das alles klingt im Rückblick so schön rund. Aber wir hatten etliche Gespräche und Gebete während dieser Zeit. Die Erfahrung im Krankenhaus war für Ymea so abschreckend dass sie, mangels Alternativen, über eine Alleingeburt ernsthaft nachgedacht hat. Bis wir die Hebamme gefunden hatten. Dann die Nachricht dass eine Hausgeburt in dem Zimmer der Gemeinde nicht möglich ist. Wohin? Hotel? Für uns waren die Menschen die ihre Hilfe und einen Platz zum Wohnen und für die Geburt anboten echte Gebetserhörungen!
Am 16.Juni nachts 2 Uhr haben dann die Wehen im 3min Takt eingesetzt. Da Ymea schon vorher einmal Übungswehen hatte, waren wir nicht sicher ob das nur ein weiterer Test ist. Also haben wir noch 3 Stunden gewartet bis wir die Hebamme gerufen haben – ich war vielleicht froh als die ankam! Gegen 8 Uhr kam die zweite Amme (müssen in Griechenland wohl immer zu zweit sein), und etwa viertel vor 9 dann die kleine Layna. Unbeschreiblich.

Wir haben die erste Woche gemeinsam verbracht, Ymea's Eltern kamen zu Besuch, ihr Bruder Lysander kam mit dem Fahrrad vorbei. (Er ist unterwegs zum Nordkap und - ja er weiß dass Griechenland nicht auf der Strecke liegt.) Dann musste ich zum Boot zurück. Der Abschied war schwer. Vor allem weil ich nicht wusste, dass wir eine Woche darauf schon wieder in Volos anlegen würden. Die Anmeldung hier beim Standesamt war auch noch nicht erledigt, da die Behörden mehr wollten als erwartet. Ich also zurück auf der Encounter die neue Gruppe anlernen, die "Moodys", Studenten vom Moody Bible Institute Chicago. Ymea und die Kleine bleiben in Volos, Ymea's Eltern kümmern sich um die Beiden. Sie helfen auch beim nächsten Umzug – zu Ingrid, eine Schwester aus der Gemeinde in Volos, die sich bereit erklärt hatte Ymea nach der Geburt bei sich aufzunehmen. Es war sehr schön zu erfahren, dass wir mit der Encounter schon nach einer Woche wieder in Volos sein werden, so konnte ich die Beiden besuchen. (War eine sehr lange Woche!)

Zu meiner Überraschung hat Theo noch vorgeschlagen dass ich hier bleiben könne um die restlichen Formalitäten zu erledigen, wir würden uns dann in Patitiri wiedertreffen, bevor die Encounter einen größeren Schlag in den Norden macht. Und so kommt es, dass Layna jetzt nach zweieinhalb Wochen auch amtlich geboren ist, ich Zeit habe einen Artikel zu schreiben und noch eine Woche zusammen mit den Beiden – fast – alleine verbringen konnte, bevor wir morgen (8.7.) alle drei zu Theo, Sandra, den Moodys und Rika auf die Encounter ziehen. Bitte denkt weiterhin an uns in euren Gebeten, vor allem für das Leben an Bord mit jetzt 3 Wochen altem Baby, dass sie gesund bleibt und ihr die Hitze nicht zu sehr zu schaffen macht.

Wir wollen uns ganz herzlich bei allen bedanken die an uns gedacht und für uns gebetet haben! Es ist alles ganz wunderbar verlaufen. Danke auch an alle die uns, teilweise regelmäßig, finanziell unterstützen! Danke an unsere Eltern und Geschwister für Gebet, Rat, Büroarbeit, Versanddienstleistungen und eure Liebe. Danke an Ymea's Eltern und Ly dass sie uns besucht und Ymea geholfen haben als ich nicht da war, danke für die spannende Taxifahrt! Danke Theo und Sandra fürs Gebet und die mehr Arbeit ohne uns. Danke Joseph – durch deinen freiwilligen Einsatz war es möglich, dass ich fast 4 Wochen entbehrlich war, und danke fürs Fender putzen! Danke der Gemeinde in Volos. Besonders Meletis und Angela für die erste Wohnung und die Hilfe bei allem drumherum. Janna, die viel Zeit für Ymea hatte und ihr Gesellschaft geleistet hat als sie alleine in Volos war. Nicki für die Begleitung zu den Krankenhausterminen zum übersetzen, die Kontakte und die Gesellschaft. Dank an Vassily und Laoura für das Zimmer, die Hilfe beim Einzug, Einkauf und eure Freundlichkeit. Danke den Ammen Alice und Popi. Danke an Dimitris und Ingrid für die Gastfreundschaft, das Kochen und Taxifahren und die Hilfe mit den Behörden. Danke Miri für die Behördengänge in Stuttgart für uns! Die Liste kann nicht vollständig sein... vielleicht schreibt auch Ymea später noch mehr dazu. Danke lieber Vater im Himmel! Danke dass wir wieder einmal erleben durften, dass Vertrauen in dich nicht enttäuscht wird!

Man sieht sich
ToM

Vertrauen

Geschrieben von ToM

Als Christen vertrauen wir Gott. Logisch! Aber wie sieht "Vertrauen" in der Praxis aus, und wie äußert sich das in unserem Leben? Es ist leicht zu sagen, dass wir Gott vertrauen wenn das Wasser und die Zeiten gerade ruhig sind, die Sonne scheint und wir nichts auszustehen haben. Aber beweisen muss es sich im Sturm. Ich (Tom) hatte auf unserem Flug nach Österreich eine interessante Erfahrung. Wir saßen in einem brandneuen Flugzeug – darauf konnte die Flugbegleiterin während der obligatorischen Sicherheitseinweisung gar nicht oft genug hinweisen – und ich genoss die Aussicht. Ich dachte über die Schöpfung nach und wie genial und groß unser Schöpfer sein muss. Auf einmal: "Meine Damen und Herren, wie sie sicherlich bemerkt haben, durchqueren wir gerade einige Turbulenzen. Wir möchten Sie bitten angeschnallt auf ihren Plätzen zu bleiben." Na toll! Hoffentlich sind bei diesem brandneuen Flugzeug auch alle Schrauben richtig angezogen. Ich kann nicht wirklich beschreiben was in mir vorging, aber die ganze Situation war, als wollte Gott mich fragen: "Vertraust du Mir?" Und gleichzeitig hatte ich den Eindruck es könnte durchaus "gefährlich" sein an dieser Stelle unüberlegt "Ja!" zu sagen. Was wenn Gott plant das Flugzeug in dieser Welt nicht mehr landen zu lassen? Was also? Vertrau ich ihm?

Ich fing an, Argumente zu sammeln, warum ein Absturz eine schlechte Idee wäre: Unsere Eltern, die ganzen anderen Leute und die vielen Sachen die wir hier auf Erden noch für unseren Herrn tun könnten... Und es war als würde er sagen: "Kannst du alles meine Sorge sein lassen! Vertraust du mir?

Ich hab es an dieser Stelle nicht geschafft zu sagen: "Ja Herr! Dein Wille geschehe!" Ich hab sowas gesagt wie: "Ja du weißt alles und kannst machen was du willst, aber ich wünschte wirklich, du würdest aufhören, so an dem Flugzeug zu rütteln." Und das Flugzeug landet später sicher in Salzburg. Die kurze Unterhaltung beschäftigt mich natürlich weiter. Geniale Lektion! Ich glaube dass Gott mir zeigen wollte, wie tief mein Vertrauen zu ihm reicht und das da noch Wachstumspotential besteht. Nicht nur für solche Situationen, sondern für unseren Alltag mit ihm. Und natürlich wünsche ich mir für das nächste mal, auf diese Frage besser zu antworten. Aber manchmal fällt es uns leichter unser Leben an eine Leine zu hängen als es ganz Gott anzuvertrauen.

Vertraust du ihm dein Leben an?

Liebe Grüße
ToM

Lernen, lernen, lernen, ...

Geschrieben von Ymea

Anfang der Saison schrieb ich diese Begebenheit auf:

Ich hasse es alleine zu essen. Lieber esse ich nichts, als alleine essen zu müssen!

Spring Impact ist so voll, dass schon ohne Lehrer 2 Personen nicht am Tisch Platz haben. Sandra ist das gewöhnt und es macht ihr nichts aus. Ich hab das Gefühl, es wird von mir erwartet, dass ich, als Frau, auch steh oder hinter der Küchentheke sitze. Nur 2 Tage hat es gebraucht, bis ich heute festgestellt habe, dass ich quasi alleine sitze und esse, vom Tisch ausgeschlossen, bei Gesprächen nur zuhören und nicht mit interagieren kann. Das während dem Essen zu realisieren, hat mich traurig gemacht. Sandra dachte, es wäre das Essen was zu scharf für mich ist :-) Währenddessen kamen mir auch Gedanken wie, das es wohl ein Opfer ist, was ich bringen muss. Außerdem dachte ich daran, dass es mehrfach gesegnet wird. Aber vielleicht ist es auch ein selbstsüchtiger Wunsch und ich sollte lernen, das abzugeben. Das 1. Kapitel aus dem Buch "Leben mit Vision" von Rick Warren, welches wir jeden Abend mit den Studenten zusammen lesen, war genau passend dazu - "Es geht nicht um mich"!

Segen durfte ich trotzdem schon bald genießen! Es waren nicht alle Freizeiten ausgebucht und auch die Herbstbibelschule hat noch freie Plätze. So habe ich fast die ganze Zeit die Möglichkeit gehabt mit unseren Gruppen am Tisch zu sitzen. Wie egoistisch mir jetzt meine Gedanken vom April diesen Jahres vorkommen! Ich lerne zur Zeit so viel über mich und merke wie Gott meinen Charakter verändern möchte. Es gefällt mir nicht! So wie es einem Kind nicht gefällt, vom Vater zurecht gewiesen zu werden. Aber natürlich finde ich es gut, wenn ich mal eine Lektion verstanden habe. Nur das daaauert und immer wieder merk ich, dass ich noch so reagiere, wie es Ihm nicht gefällt. Rika (Bordhund) geht es wahrscheinlich ähnlich. Sie möchte ihrem Herrchen gefallen, deshalb lernt sie bei "Sit" zu sitzen und Pfötchen zu geben. Aber es muss kontinuierlich wiederholt werden. Wie oft vergesse ich in kleinen Dingen, so zu leben, wie es Gott gefällt. Deshalb mag ich diesen Vers in Philipper, der mich ermutigt und nicht resignieren lässt, dass ich es eh nie schaffen werde:

"Gott selbst ist ja in euch am Werk und macht euch nicht nur bereit, sondern auch fähig, das zu tun, was Ihm gefällt." Phil. 2,13

ymea

Parkplatz in Griechenland

Geschrieben von ToM

2212,5km später (Vogtland-Schladming-Skopelos) hat er sich die Ruhe auf diesem wunderschönen Parkplatz verdient. Auf dem Weg von Schladming nach Skopelos haben wir eine Nacht in Belgrad (Serbien) übernachtet. Ich (Tom) habe extra noch eine neue Handynummer mit EU Roaming inklusive, organisiert. Dass Serbien noch nicht zur EU gehört, habe ich dann vor Ort so erfahren, indem mein Telefon mir mitteilt dass kein Guthaben mehr vorhanden ist. Vodafon wollte nämlich 99ct für 50Kb und das Handy hat natürlich fröhlich weiter gesaugt bis die 40€ (2Mb) verbraucht waren, also nach ca. 5min in Serbien. Das wäre alles nicht ganz so ärgerlich gewesen, wenn wir das unterwegs online gebuchte Hotel gleich gefunden hätten... so haben wir halt ohne Google gesucht, und sind trotzdem angekommen.

An der Grenze von Serbien nach Mazedonien wollten die Beamten dann die grüne Versicherungskarte sehen. Ups! Sie schicken uns an einen Schalter, wo uns ein netter Herr eine ausgestellt hätte - für 50€ (Ich frag mich ob ich eine Quittung bekommen hätte). Dumm war nur (oder gut!), dass wir nicht so viel Cash hatten und eine Kartenzahlung nicht möglich war. Also sollen wir zurück nach Serbien in die nächste Stadt, Geld holen und zurückkommen. Als ich dann so in die falsche Richtung am Grenzhäuschen vorbei fahre - schaue ich nochmal ins Handschuhfach - und dort liegt eine fast aktuelle grüne Karte. Den Grenzern hat es gereicht. Ich kehre zum zweiten mal um und wir fahren weiter.

Dann die Mautstellen in Griechenland. Keine Kartenzahlung. Keine Geldautomaten an Autobahnraststätten. Das Bargeld war schon in Mazedonien knapp. Am Ende hatte ich noch 11 und Ymea 22 Cent in der Tasche. Wir übernachten in Volos und den nächsten Tag ging es mit der Fähre nach Skopelos. Und da sind wir nun. Am Montag beginnen wir das Schiff für die Saison vorzubereiten...