Station in Austria

Geschrieben von ToM

Mit dem Auto auf dem Weg nach Griechenland machen wir ein paar Tage Station in Schladming am Tauernhof. Unsere Geschwister in Österreich schenken uns einen Tag in den Bergen und wir haben noch ein paar Formalitäten zu erledigen wie Wohnsitz ändern und Dienstvertrag unterschreiben. Vielleicht schaffe ich es auch noch am Auto die Spur einstellen zu lassen.

Wie es begann

Geschrieben von Ymea

Nun sitze ich auf dem Trockenen. Ein Kompromiss, den Tom gern für Ymea in Kauf nahm und vom Steinhuder Meer bei Hannover in den trockenen Süden in die Nähe von Stuttgart zog. Doch der Wunsch, wieder auf dem Wasser zu sein, bleibt. Von Ymea´s Kollegen aus dem Seehaus Leonberg erfährt er, dass in Griechenland jemand für das Segelschiff “Encounter” ( Begegnung) von den Fackelträgern aus Österreich gesucht wird. Mehr als 2 Jahre später fragen wir per E-mail, ob immer noch Hilfe benötigt wird und erhalten kurz danach die Antwort: “Ja”. 

Ymea mit ihrem Gepäck in Volos

Etwas müde vom frühen Aufstehen
warten wir auf den Bus, der uns ab Flughafen Thessaloniki in die Hafenstadt Volos bringt. Aufgeregt laufen wir, so schnell es mit den vollen Rucksäcken geht, zum Hafen und halten Ausschau nach dem großen 2-Master. Mit englisch und ein paar Brocken griechisch (versucht per App zu lernen) fragen wir Leute, wo es zur Hafenmeisterei geht. Dort müsste man wissen welche Boote im Hafen liegen (nach deutschen Regeln jedenfalls). Einen Hafenmeister scheint es nicht in der Nähe zu geben und nach mehrmaligem Hin- & herlaufen, sehen wir in der Ferne, wie der 27 Meter lange Schooner, sich von allen anderen Schiffen abhebend, in die Hafeneinfahrt biegt.

Unser 2-monatiges Praktikum beginnt mit Einweisungen für die Abläufe der Deckhand (Berufsbezeichnung). Chris, der seit vier Monaten an Bord ist, wird von uns für den letzten großen Segeltörn von sieben Wochen abgelöst. Zu den Aufgaben gehören alle Arbeiten, die an Deck während der Fahrt oder im Hafen anfallen sowie Wachdienste,  Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten.
Sehr viel praktische Arbeit also. Aber es gehört auch dazu, dass es der Crew und Besatzung gut geht. 

Wir, als quasi Handwerker - Ehepaar - Tom (39, Segellehrer, Krankenpfleger & Alles-Reparierer) und Ymea (29, Tischlerin & leidenschaftliche Bastlerin) möchten unsere erlernten Berufe und die von Gott gegebenen Fähigkeiten und Gaben gern gemeinsam für den Dienst einsetzen. Unser Herz schlägt für junge Leute - wir beide haben es erfahren - Tom als Leiter einer kleinen Jugendgruppe seiner Brüdergemeinde Zwota/ Vogtland, Ymea als Brückenbauer in der Jugend der Baptistengemeinde Stuttgart-Feuerbach. Wir wünschen uns, dass junge Menschen Hoffnung fassen. Eine Hoffnung, die nicht im nächsten schweren Moment davon schwebt, sondern ein Fundament hat: Jesus! Er ist uns als junge Erwachsene begegnet. Er hat uns begleitet, in den vielen verschiedenen Situationen und Lebenslagen. Wir wollen diese Hoffnung ganz praktisch weitergeben – durch Vorleben, Anpacken und Mut-machen. An die jungen Studenten, die zum Teil direkt von der Schule kommen und eine Richtung oder Orientierung für ihr nun eigenständiges Leben suchen. Aber auch allen die sich auf eine 10-tägige Segelfreizeit freuen. 

Tom arbeitet mit Theo am Rumpf

Wie macht man das auf engstem Raum? Welche Probleme könnten auftauchen? Darüber habe ich mir im Vorfeld nicht viele Gedanken gemacht. Und das war auch gut so - es wurden keine Erwartungen enttäuscht. Das enge Zusammenleben und die Teamarbeit in der Testphase hat uns gezeigt, es funktioniert auch über einen längeren Zeitraum sehr gut. Trotzdem bleibt es natürlich spannend und es werden Herausforderungen auf uns warten, wenn wir sieben Monate im Jahr auf dem Wasser unser Zuhause mit 14 anderen Personen teilen.

So möchten wir Teil sein von dem, was die Mission der “Encounter” ist - die verändernde Gegenwart von Jesus Christus bekannt machen durch Bibelunterricht und erlebnisorientiertes Lernen, junge Männer und Frauen für den weltweiten Dienst auszurüsten. 

Unser Abreisetermin steht fest, ein paar Tage am Tauernhof in Schladming, dem Registrierungsort des Segelschiffs “Encounter” und Partner des Kingfisher Project Greece und danach geht es zum Vorbereiten der Segelsaison nach Skopelos, Griechenland. Wir sind viel beschäftigt mit Organisatorischem und damit, genug monatliche Spenden für unseren Dienst zusammenzubekommen. Doch schlußendlich geht es nur um eines: Begegnung (Encounter) mit Menschen – und gemeinsam mit ihnen Jesus besser kennenzulernen. Begegnung ist Abenteuer, aber entscheidend, darum wollen wir Menschen begegnen! Und ihr?

Liebe Grüße
Tom & Ymea